 | Bibemus - Steinbruch
(11 Ölbilder,16 aquarelle)
1896 schreibt Numa Coste an Emile Zola: „Er mietet eine Hütte im Steinbruch
beim Stausee und verbringt dort einen grossen Teil seiner Zeit.“ Als Cézanne
seine Staffelei mitten im Steinbruch aufstellt, wird dieser schon seit einigen
Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet. Der Steinbruch war von römischer
Zeit bis zum Ende des 18. Jh. in Betrieb. Die Wände aus Kalkmolasse haben
die schrägen Spuren bewahrt, die die Hacken der Steinbrucharbeiter beim
Herauslösen der Blöcke im Fels hinterlassen haben. In dieser Landschaft
des Chaos, die vom Menschen verlassen wurde, malt Cézanne zwischen
1895 und 1904 elf Ölbilder und sechzehn Aquarelle. Fünf der in seinem Werk
dargestellten Motive kann man noch heute erkennen: „der rote Fels“, der in
der Orangerie in Paris zu sehen ist, die beiden „Bibémus - Steinbrüche“ der
Stiftung Barnes und der Sammlung Stephen Hahn in New York, „der Bibémus
- Steinbruch“ einer Privatsammlung in Kansas City und „das Sainte Victoire
- Gebirge von Bibémus aus gesehen“, das im Kunstmuseum Baltimore zu
sehen ist. Cézanne malte ebenfalls das Sainte Victoire - Gebirge von der
Terrasse der Hütte aus.
Die Stadt Aix hat als Eigentümer das Gelände landschaftlich gestaltet, um es
für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die für den Zugang
der Öffentlichkeit erforderlichen Arbeiten wurden auf ein Minimum
reduziert und betrachten das Gelände als eine grosse „archäologische
Ausgrabungsstätte”, eine Ansammlung von Felsblöcken und einen Ort
lebendiger Vegetation, in den kein Eingriff erfolgen sollte.
Der Rundgang ermöglicht:
• Den Vergleich mit dem Originalmotiv (Sainte Victoire - Gebirge, Natur:
Pinienzweige, Silhouetten der Bäume, aber auch die orangenfarbigen
„Felsen“ mit ihren geometrischen Formen, nach denen der Maler
ergreifende Werke schuf, die in der ganzen Welt bekannt sind und die
bereits den Kubismus andeuten), die Punkte, an denen Cézanne seine
Staffelei aufstellte, das Erfassen des bildnerischen Aufbaus und der
geometrischen Behandlung, der farblichen Gestaltung.
• Die Lage der Hütte zu erkennen, in der der Künstler seine Werke lagerte.
• Sich den Felsen und dem Steinbruch zu nähern, die die Geschichte der
Stadt Aix mit geprägt haben.
• Die Atmosphäre eines in seiner Ursprünglichkeit erhaltenen Ortes zu
erspüren, an dem die Zeit keine Spuren hinterlassen hat, eines Orts
ausserhalb unserer Welt.
Die landschaftliche Gestaltung wurde von Philippe Deliau und Helène
Bensoam, ALEP, geschaffen, Landschaftsgärtner in Cadenet.
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